Nach 1945 Fahnen groß

 

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg

Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wurde die Ausübung des Schiesssports von den Alliierten zunächst untersagt. Lediglich ein Traditionsschiessen mit Druckluftwaffen wurde nach einer Lockerung der Bestimmungen den Mitgliedern des Zentralverbandes der historischen Bruderschaften zugestanden.

Chronik breit
Der Kreis der Mitglieder aus der Vorkriegszeit, der untereinander weiterhin Kontakt gepflegt hatte, sah auf dieser Basis aber zunächst keine Voraussetzungen für eine Wiederbelebung des Schiesssports. Erst 1950, fünf Jahre nach Kriegsende, wurde auf Anregung des erstmalig im Jahre 1926 gewählten langjährigen Kommandeurs Karl Lang eine Versammlung ins Vereinslokal Jägerhof einberufen. Die früheren getreuen Vereinsmitglieder Johann Brambach, Karl Lang, Josef Lang, Wilhelm Reuscher, Bertram Brenner, Theodor Gross, Johann Kauth, Wilhelm Schmidt, Karl Wirges, Peter Schürges, Martin Ortsiefer, Jakob Berger und Albert Knippling hielten jetzt den Zeitpunkt für gekommen, das aktive Vereinsgeschehen wieder aufleben zu lassen.

Bei der Mitgliederversammlung am l. Oktober 1950 wurde der erste Nachkriegsvorstand gewählt, der sich wie folgt zusammensetzte:

  • Karl Wirges, 1. Vorsitzender
  • Albert Knippling, 2. Vorsitzender
  • Johann Brambach, Schatzmeister
  • Theodor Gross, 1. Kassierer
  • Johann Kauth, 1. Schriftführer

Erfreulich war die Feststellung, dass die beiden Vereinsfahnen aus den Jahren 1908 und 1928, die während des Krieges eingemauert waren, ihr Zwangsquartier überstanden hatten.

Leider war das wertvolle Schiessgerät einschliesslich der Vogelbüchsen nach dem Kriege verlorengegangen. Vor allem bedauert wurde der Verlust der unersetzlichen Königskette. In diese war unter anderem eine goldene Jubiläumsmünze der Freien Stadt Frankfurt aus dem jähre 1340 eingearbeitet. Trotz der Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit ist es verständlich, dass das Abhandenkommen auch heute noch schmerzt.

Nach einem Provisorium konnte dank der Opferfreudigkeit der Mitglieder im Mai 1965 eine neue, moderne Königskette angefertigt werden, die anlässlich des Festhochamtes für unser Schützenfest am 27. Juli 1965 in der altehrwürdigen St. Servatius Kirche feierlich geweiht wurde. Die Schliesse zeigt das Siegburger Stadtwappen und die grosse Hänge ein zeitnahes Hubertusemblem.

Die alten Kontakte zu den befreundeten Gesellschaften wurden wieder aufgenommen und belebt. Schon am 8. Juli 1951, also in verhältnismässig kurzer Zeit nach dem Wiederaufleben der Aktivitäten, wurde das erste glanzvolle Schützenfest im Saal des “Jägerhofes”, der wie alle weiteren Festsäle in Siegburg später verloren ging, gefeiert. Von den befreundeten Schützenvereinen beteiligten sich St. Sebastianus, St. Anno, St Servatius, Siegburg Zange 28, St. Georg Buisdorf, St. Antonius Niederpleis sowie die Junggesellenvereine Männerreih Aulgasse und Brückberg.

Ebenso wurde jetzt wieder das sonntägliche sportliche Übungsschiessen auf den Schiessständen im Jägerhof gepflegt und damit begonnen, Versäumnisse aus der Nachkriegszeit aufzuholen.St. Hubertus 08-2

Infolge der Kriegsereignisse feierte die Gesellschaft ihr 40-jähriges Bestehen statt im Jahre 1948 erst am 4. November 1951 und eröffnete damit gleichzeitig das traditionelle Hubertusfest, das seit 1927 alljährlich ausgerichtet wird. Als Vertreter des Rheinischen Schützenbundes, der unter Mitwirkung des 1. Vorsitzenden Karl Wirges und des 1. Schriftführers Albert Knippling 1951 in Bonn auch neu wieder aufgelebt war, konnte man Herrn Toni Fellbusch, den Präsidenten dieser Dachorganisation, begrüssen. Erfreulich auch, dass dem Verein zum Schützenfest 1952 als Dank und Anerkennung für die geleisteten Verdienste im Schützenwesen zum Schützenfest 1952 die goldene Ehrennadel als erstem Verein im Rhein-Sieg-Kreis vom Präsidenten des Rheinischen Schützenbundes überreicht wurde.

Bei den Kreismeisterschaften am 27. Juli 1952 in Bonn, Veranstalter war der Rheinische Schützenbund, errang im Mannschaftskampf “Hubertus 08” den l. Preis und wurde Kreismeister in der Seniorenklasse. Im Einzelwettbewerb errangen die Mitglieder Huy den l. Preis in de. Schützenklasse und Wirges den l. Preis in der Altersklasse und bewiesen damit, dass der Verein auch schiesssportlich wieder Anschluss gefunden hatte.

Im November 1957 wurde der bis dahin amtierende Kommandeur Hermann Eichacker zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Anregung hielten die Mitglieder den Zeitpunkt für gekommen, dem Zentralverband der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften beizutreten.

Nach Beschlussfassung erfolgte die Aufnahme zum 1. Januar 1958. Damit war der Grundstein gelegt, die Gemeinschaft aller Schützen unserer Vaterstadt besser zu unterstützen.

Der Erzbischöfliche Rat, Ehrendomherr, Kreisdechant Dr. Becker, übernahm von diesem Tage an die geistliche Betreuung. Im gleichen Jahr feierte der Verein sein Goldjubiläum.

Während des glanzvollen Festaktes im Hotel Stern bedankte sich Präses Dr. Becker für die in einem halben Jahrhundert bewiesene Treue zu den Zielen und Idealen echt deutschen Schützenwesens, nachdem vorher mit einem Festhochamt in der Servatiuskirche das Jubelfest eröffnet worden war. Unter den Ehrengästen zum Festakt begrüsste der 1. Vorsitzende Eichacker auch Bundesmeister Generalkonsul Karl Heinz Herden, Ehren-Bundesmeister Jean Matzerath, Bürgermeister Breuer sowie die Brudervereine aus Siegburg und der Umgebung, den Kyffhäuserbund und Abordnungen anderer Vereine unserer Stadt.

Ehrend gedachte die Festversammlung der toten Schützenbrüder, namentlich des Hochmeisters der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Fürst zu Salm Reifferscheidt Dyck und des Siegburger Bürgermeisters Dr. Schmandt.

Nachmittags folgte dann der Festzug durch die Stadt. Am Montagabend endete das prachtvolle Fest mit dem Krönungsball in der Schützenburg.

Im Jahre 1963 wurde ein junger Vorstand an die Vereinsspitze berufen, der mit grossem Elan und Begeisterung seine Aufgabe anging. Die Vereinsgeschicke wurden aktiviert, neue Prioritäten gesetzt, bisherige Unzulänglichkeiten modernisiert, der Verein in eine neue Phase des Auflebens gerührt.

Der neue Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
Der geschäftsführende Vorstand:

  • Günter Damm, 1. Vorsitzender und Brudermeister (32)
  • Wilfried Forshach, 1. Geschäftsführer und Schatzmeister (32)
  • Helmut Mohr, Kommandeur (31)

Der erweiterte Vorstand:

  • Jean Mülln, 2. Brudermeister (68)
  • Josef Bröhl, 2. Geschäftsführer (41)
  • Hans Damm, Schriftführer (32)
  • Lothar Herrmann, Jungschützenführer (29)
  • Theo Orth, Jungschützenführer (24)
  • Erich Schmidt, Oberschiessmeister (28)
  • Arthur Ley, Schiessmeister (26)
  • Erich Blasius, Schiessmeister (38)

Ständige Mitglieder des Vorstandes:

  • der geistliche Beirat, Präses Kreisdechant Dr. Becker
  • der Ehrenbrudermeister Albert Knippling
  • der Ehrenkommandeur Hermann Eichacker
  • der Kompanieoffizier Julius Fischer
  • der Ältestenbeirat Heinrich Buchholz
  • der Beirat Josef Knüpper
  • der jeweilig amtierende König

Unter der neuen Leitung wurden die Anregungen des Zentralverbandes in Bezug auf die Uniformierung aufgenommen. Heute trägt jeder aktive Schütze eine Schützentracht, die vom militärischen abgewichen ist. Von diesem Zeitpunkt an konnte die Bruderschaft immer neue, vor allem jüngere Mitglieder aufnehmen.

Durch den Aufschwung und das stetige Anwachsen der Mitgliederzahl waren die traditionellen Feste, wie Patronatsfeier, Picknick der Könige, Schützenfeste und die entsprechenden Schiesswettkämpfe im Vereinslokal Jägerhof nicht mehr durchzurühren.

Die Mitglieder beschlossen deshalb im Jahre 1965 die für den Verein geschichtliche Stätte Jägerhof, die 42 jähre lang ihr Schützendomizil war, zu verlassen und in der Gaststätte Zur Sonne neue Schiessstände und eine Heimstatt für die Schützen einzurichten.

1964, ein besonderes Jahr. Im Rahmen der Ausrichtung des XII. Bundesschützenfestes des Zentralverbandes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften anlässlich der 900-jahr-Feier der Stadt Siegburg übernahm der Verein u.a. die Ausschmückung der Stadt. Ein Hauptereignis anlässlich der Eröffnung der Feierlichkeiten war die Übergabe der Bundesstandarte an die Ratsherren, die den Hubertus-Schützen den ehrenvollen Auftrag erteilten, dieses Wahrzeichen des Schützengeistes für ein Jahr in treue Hände zu übernehmen.

Während des grossen Festzuges am Sonntag, dem 20. September 1964 führte der Verein die ca. 5000 Uniformierten mit der Bundesstandarte an. Ebenso kam der Verein im Verlaufe des Jahres 1964 allen übernommenen Verpflichtungen voll und ganz nach. Mit grossen Autokarawanen besuchten wir u.a. den Bundesköniginnentag in Menden/Sauerland, um die Standarte dort zu zeigen.

Nach 1945 SW 1Übernahme der Bundesstandarte (1964) vor dem Siegburger Heimatmuseum

Im darauffolgenden Jahr übergaben wir am 25. September 1965 die Standarte an die Stadt Trier. Mit einer grossen Schützenkompanie marschierten wir unter den Klängen des uns befreundeten Tambourcorps in Treue Fest durch die Porta Nigra. Unsere aktiven Trachtenträger waren vollzählig vertreten. Es war ein imposantes, unvergessliches Bild, als am Simeonsbrunnen in Trier unser Bundesmeister, Generalkonsul Karl Heinz Herden, dem damaligen Hochmeister Graf Gahlen die angetretenen Schützen meldete.

Bei der Beisetzung des hochverehrten Altbundeskanzler, Herrn Dr. Konrad Adenauer, am 25 April 1967 in Rhöndorf, der in seinem Leben immer ein Freund und Förderer des Schützenwesens war, erhielten wir vom Präsidium in Köln den ehrenvollen Auftrag, den Zentralverband durch Tragen der Bundesstandarte würdig zu vertreten. Auch dieser Ehrenpflicht sind wir gerne gefolgt.

Nach 1945 SW 2Die Bundesstandartenträger, Hans Damm, Helmut Mohr, Wilfried Forsbach

Glaube – Sitte – Heimat. Dieser Wahlspruch hat schon immer alle Schützenbrüder begeistert. Es ist nur selbstverständlich, dass gerade in der heutigen Zeit die Verpflichtung besteht, eine echte Beziehung zu den Idealen unserer Väter aufrechtzuerhalten. Im internen Bereich wurde das Vereinsgeschehen mobilisiert und vor allem viel für die Jugend getan. Die Jungschützenabteilung war mittlerweile wieder so stark angewachsen, dass ab 1965 das Prinzenschiessen erneut aufgenommen werden konnte. Der erste Prinz nach dem zweiten Weltkrieg wurde Gerd Schmidt.

Nach 1945 SW 3Hubertus-Schützen im Jahre des 60-jährigen Bestehens

Die Schützen Jugend erhielt neue und geeignete Sportgewehre und konnte somit wettkampfgerecht trainieren. Diese Verbesserungen sollten sich bald positiv auswirken, denn die Jungschützen erzielten bei einer Beteiligung von acht Mannschaften im Kampf um den Fritz-Becker-Wanderpokal den 2. Platz.

Mitglieder und Förderer von Hubertus 08 sind sich 1970 einig, dass die während des Weltkrieges eingemauerten Vereinsfahnen ersetzt werden müssen. Durch die Initiative des Königs Hans Damm kann im gleichen Jahr erstmalig eine Standarte angeschafft und eingeweiht werden.

Nach 1945 FahnenDie neue Standarte

Das neue Königinnen-Diadem, von einem Kölner Künstler entworfen und gefertigt, wurde von unserer Königin Ursula Damm erstmalig präsentiert.

Nach langjähriger Amtsführung trat Präses, Kreisdechant und Ehrendomherr Dr. Becker 1972 in den wohlverdienten Ruhestand. Zur grossen Freude der Vereinsmitglieder konnte in der Herbstversammlung des gleichen Jahres Pfarrer Johannes Schwickerath von St.-Anno zum neuen Präses und geistigen Beirat gewonnen und vorgestellt werden. Damit schloss sich der Verein enger an die Pfarre St. Anno an. Am l. Dezember 1973 nahm unsere aktive Kompanie geschlossen an den Feierlichkeiten anlässlich der Einweihung des Neubaus der St. Anno-Kirche teil und übernahm vor und in der Kirche den Ordnungsdienst, ein traditioneller Ehrendienst. Der Verein stiftete zwei Altarleuchter und konnte darüber hinaus einen ansehnlichen Geldbetrag für karitative Zwecke spenden.

1975 wurde erstmals in der Geschichte des Vereins eine Damenabteilung gegründet, deren Mitglieder inzwischen mit voller Gleichberechtigung in den Verein integriert sind.

Der aus der Damenabteilung resultierende Mitgliederzuwachs verstärkte nicht zuletzt auch den Wunsch, doch wieder eine eigene Schiesssportanlage in Verbindung mit einem Schützenheim zu errichten. Seit dem Verlust des grossen Schiessstandes am Uhlrather Hof war dieses Vorhaben bei den Mitgliedern immer lebendig geblieben und von Generation zu Generation weitergetragen worden.

Nach 1945 SW 4Die Damenabteilung

 
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